Kolpingfamilie sammelt wieder Textilien

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Am Montag, 2. Dezember, findet in Grenchen wieder eine Texaid-Kleidersammlung statt. Die leeren Sammelsäcke sind in diesen Tagen in die Haushaltungen verteilt worden. Die Kolpingfamilie sammelt in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umwelt des Kantons Solothurn. Das Schweizer Fernsehen DRS hat in der Kassensturzsendung vom 12. November Texaid – eine Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke – thematisiert. Dort wurde der Verkauf eines Teils der Altkleider in ärmere Länder kritisiert.

Tatsache sei, dass noch tragbare Bekleidung in Katastrophengebieten auf der ganzen Welt bei Erdbeben, Überschwemmungen, Dürre, Krieg, usw. gratis abgegeben werden. Gefragt seien dort aber nicht modische Kleider, die hier zu Lande nur ein oder zweimal getragen worden sind, sondern vor allem Wolldecken, Zelte, Medikamente, WC-Anlagen, wie Texaid Grenchen mitteilt.

Mit dem Verkauf wollen die Hilfswerke diese tatsächlich benötigten Gegenstände beschaffen und in die Katastrophengebiete bringen. Dazu benötigen sie die Gelder, welche wiederum aus dem Verkauf von Kleidern gelöst werden können.

Texaid-Kleider, die auf Märkten in Ländern des Ostens oder in der Dritten Welt in den Verkauf gelangen, würden von vermögenden Leuten, die es dort natürlich auch gibt, erworben. Das ermögliche den Hilfswerken, mit dem Verkaufserlös den Ärmsten unter den Armen in den gleichen Gebieten jene Mittel zur Verfügung zu stellen, die sie tatsächlich zum täglichen Leben brauchen. Und das seien meistens weder modische Damenkleider, noch Tisch- und Haushaltwäsche, noch Ledertaschen oder Damenschuhemit hohen Absätzen, sondern ganz einfach die Erschliessung von Trinkwasser für das tägliche (Über-)Leben, Medikamente, Saatgut, Einrichtung von Berufsschulen und Krankenstationen. Sinnvoll ist somit nicht in jedem Fall das Verschenken von Kleidern, sondern Hilfe zur Selbsthilfe.

Das Sammelgut von Texaid wird im Sortierwerk von Schattdorf nach seiner Verwendung aussortiert. Das schaffe in einer Randregion Arbeitsplätze für eine sinnvolle Beschäftigung. Dass die Schweizer dabei zu Lasten der Dritten Welt noch Recyclinggebühren sparen, stimme zwar, könne aber nicht der Texaid angelastet werden, wie das der «Kassensturz» den Zuschauern weismachen wollte.

Auch im Fall der Texaid gelte: «Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.» Die Unterstützung von Texaid – sei es bei der Strassensammlung oder über die Texaid-Container – sei deshalb nach wie vor sinnvoll, selbst wenn der «Kassensturz» dabei ein Haar in der Suppe finde.

 

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