Beatrice Werhahn verurteilt

Beatrice Werhahn verurteilt

Die ehemalige Chefin der Raichle SportschuhAG und ihr Mann sind vom Thurgauer Obergericht wegen Gläubigerschädigung verurteilt worden. Die Behörde hat am Montag einen Bericht des «St. Galler Tagblatts» bestätigt. Demnach hatte die oberste Thurgauer Gerichtsinstanz bereits im Februar 2004 ein Urteil des Bezirksgerichts Kreuzlingen von 2003 korrigiert und die Ex-Raichle-Chefin und ihren Ehemann schuldig gesprochen.

Das Thurgauer Obergericht verurteilte die 55-jährige Beatrice Werhahn Bianchi zu einer bedingten Gefängnisstrafe von drei Monaten. Der 48-jährige Franco Bianchi, Ehemann der Ex-Firmenchefin und ehemaliges Verwaltungsratsmitglied, wurde mit zwei Monaten Gefängnis bedingt bestraft. Die Probezeit beträgt für beide zwei Jahre. Die beiden müssen ausserdem gemeinsam die Kos-ten der Strafuntersuchung von 13 000 Franken tragen und je 2500 Franken für Verfahrensgebühren bezahlen. Bei der Straftat geht es um ein Darlehen von einer halben Million Franken. Dieses Geld hatte sich die Mehrheitsaktionärin im Jahr 1995, zwei Monate vor dem Konkurs der Firma, zurückzahlen lassen. Das Bezirksgericht Kreuzlingen hatte Werhahn und Bianchi im August 2003 freigesprochen, weil es keinen betrügerischen Vorsatz bei der Darlehensrückzahlung nachweisen konnte.

Das Obergericht sieht jedoch den Straftatbestand der Gläubigerschädigung erfüllt, wie es in seiner Urteilsbegründung schreibt. Beide Angeklagten hätten zum Zeitpunkt der Darlehens- Rückzahlung gewusst, dass sich die Raichle SportschuhAG in einer desolaten Finanzlage befinde und sich die Rückzahlung zum Schaden der Gläubiger auswirke. Das Verfahren vor dem Thurgauer Obergericht war schriftlich. Publik geworden ist der Schuldspruch durch eine Indiskretion. Werhahn/ Bianchi haben Beschwerde beim Bundesgericht eingelegt.

 

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